Buch für Linkshänder

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Buch für Linkshänder

Beitragvon Feuerchen » 18. Mai 2017, 12:19

Thema Schwierigkeiten durch Linkshändigkeit:

Von einer Beratungsstelle in München für Linkshändigkeit ein mir empfohlenes Buch:

Der umgeschulte Linkshänder, oder der Knoten im Gehirn (Linkshändigkeit)


Liebe Grüße
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Re: Buch für Linkshänder

Beitragvon Remi » 18. Mai 2017, 12:48

Das Buch habe ich schon gelesen, es ist sehr gut. :s1:

Ich habe für ein anderes Forum eine Zusammenfassung von Frau Sattlers Buch gemacht, die ich gerne hier reinstelle:
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Re: Buch für Linkshänder

Beitragvon Remi » 18. Mai 2017, 12:50

für diejenigen, die das Buch noch gerne selbst lesen wolle, bitte nicht weiterlesen:

BildBild

Ich möchte das Konzept von Frau Johanna Barbara Sattler über umgeschulte Linkshändigkeit vorstellen.
Die Händigkeit anfürsich ist kein psychisches Problem - auch wenn es kulturelle (teilweise sogar religiöse oder ideologische) Vorbehalte gegen die Minderheit - die Linkshänder - gibt. Umschulung passierte früher oft mit Gewalt ( "falsche Hand" auf dem Rücken festbinden) oder psychischer Beeinflussung ("jetzt gib mal das schöne Händchen!") , heutzutage aber auch durch "Eigen-Umschulung" ("Ich will so sein wie meine Freundinnen! Ich will kein Linkshänder sein."
Für Frau Sattler gilt "Händigkeit ist Hirnigkeit"
Die Umstellung der Händigkeit auf die nicht-dominante Hirnhälfte erfordert demnach einen Kraft- und Energiemehraufwand für motorische wie auch intellektuelle Tätigkeiten um ca. 30%. Auch bei den umgeschulten Linkshändern, die das gut hinbekommen, kann man sagen, dass sie immer am Leistungslimit arbeiten und das daher das gesamte System stressanfällig ist.

Folgende Probleme können ( müssen aber nicht!) bei umgeschulten Linkshändern auftreten:

- Gedächnisstörungen, sogenannte "black-outs" , Lerninhalte oder Bewegungsabläufe werden unter Stress nicht mehr erinnert)
- schnelle Ermüdbarkeit ( da die nicht-dominante Gehirnhälfte überlastet wird)
- Raum- Lage- Labilität ( Rechts, Linksschwäche, mancher macht deshalb keinen Führerschein.)
- daraus folgen Probleme, die wie Legasthenie oder Dyskalkulie wirken
- motorische und feinmotorische Probleme ( kein harmonisches Schriftbild, )
- Unsicherheit bei Drehbewegungen (Tanz, Schleifen binden)
- Ungeschicklichkeit ( in Sport, mit den Händen "zwei linke Hände" haben)
- sprunghaftes, assoziertes Denken ( das liegt wiederum an den Mini- Blackouts), Wiederholungen, ins Wort fallen ( damit man das, was man sagen möchte, nicht vergisst)
- eine typische Sprachstörung: "Ansprechen von Wörtern " , aber nicht beenden, besonders unter Stress
- "Ja- aber Haltung" - um Zeit zu gewinnen, das Gehörte zu verarbeiten
- sich unter Wert verkaufen, weil man Angst vor dem Wettbewerb hat
- Überkontrollierheit (nix falsch machen"

Daraus können, müssen aber nicht sekundäre Störungen folgen, zum Beispiel wenn es zum Mobben kommt.

Was geschieht, wenn das überbeanspruchte System überlastet wird?

"Zusammenbruch des gesamten ausgeklügelten und diszipliniert aufgebauten Systems der die Gedächnisfunktionen unterstützenden Eselsbrücken.
Ihre oft pingelig genaue Zeiteinteilung, ihre mühevoll konstruierten mnemotechnischen Hilfen, ihre eintrainierten strengen Gewohnheiten, auf die sich notwendigerweise verlassen müssen, zerbröckeln. Was bleibt, sind Chaos, Panik und fluchtartiger Rückzug, oft in Begleitung psychosomatischer Erscheinungen."
S. 113

Es werden verschiedene Fallbeispiele aus der Beratungsstelle für Linkshänder in München vorgestellt:

So eine "Hilde", die unter unerklärlichen Tobsuchtsanfällen litt. Die Hausärztin und eine Neurologin diagnostizierten "frühkindliche Schizophrenie".
In Wirklichkeit steckte Zwang dahinter, rechts zu schreiben, der bei dem siebenjährigen Mädchen zu Ausbrüchen führte.

"Uwe", 14, der wegen seiner Ungeschicklichkeit und Unsportlichkeit gemobbt wurde und sich dafür mit Schlägereien und kleinen Gemeinheiten "rächte". Es kam heraus, dass er durch seine Einsamkeit in einer regelrechten Phantasiewelt lebte, mit Wesen, die nur er sehen konnte.
Der Junge kam in Psychotherapie, heute haben sich seine Schulleistungen gebessert und der Kontakt zu anderen auch, damit wird die Phantasiewelt uninteressanter, was bleibt, ist die Kreativität.

"Später bemerkte der Vater trocken, dass es Uwes Glück war , dass er keinem jungen fleißigen Psychiater in die Hände fiel. Der hätte sicher daraus eine Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis abgeleitet..." S. 310

Die praktischen Tipps enthalten viele Entspannungsphasen, Hilfsmittel, etc.
Ein besonderes Kapitel ist die Rückschulung, die in manchen - nicht in allen Fällen, erfolgreich sein kann.

Quelle J. B. Sattler: Der umgeschulte Linkshänder oder Der Knoten im Gehirn


liebe Grüße Remi
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Re: Buch für Linkshänder

Beitragvon Feuerchen » 18. Mai 2017, 13:10

Hallo Remi,

Dankeschön für das Reinstellen. - Sehr interessant!

Habe mir Deinen Text durchgelesen, werde aber trotzdem das Buch mir noch besorgen!

Liebe Grüße
Feuerchen
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