Bücher, die mich weitergebracht haben

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Re: Bücher, die mich weitergebracht haben

Beitragvon remedias » 21. Mär 2015, 12:32

buch, was wohl unterschätzt wird,
da der deutsche Titel, die Aufmachung UND der Klappentext einfach überhaupt nicht treffen,
um was es geht.
( auch ich habe es eher zufällig gelesen, hätte es mir wohl nicht gekauft.):

Marie Balter:

"...und besiege die Finsternis"

Bastei-Lübbe

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es geht um ein junges Mädchen, dass nach 20 Jahren Psychiatrie ein Studium als Psychologin beginnt und ( mit 45 !) auch in ihrem Beruf arbeitet.
Es ist eben kein "Meine Adoptiveltern waren so schrecklich und ich wurde gefoltert"- Buch, wie der Klappentext suggeriert.
Die Schritte ihrer Heilung sind ausführlicher und besser dargestellt (meiner Meinung nach) als in Lavengs " Morgen bin ich ein Löwe."

Meine Bewertung: Ein wichtiges Buch, zu Unrecht unbekannt
Für jedes komplexe Problem
gibt es immer eine einfache Antwort,
die klar ist, einleuchtend und falsch.

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Re: Bücher, die mich weitergebracht haben

Beitragvon Remi » 9. Feb 2016, 19:51

Thomas Bock: " Eigensinn und Psychose - Nocompliance als Chance ", Paranus Verlag 2006

Aus dem Klappentext:
" Wie zwei Monster bewachen "Krankheitseinsicht" und "Compliance" die Tore zu den Hilfen der modernen Psychiatrie......"

Ja, ganz oft ist es so, dass ein Patient mit einer Psychosediagnose, der Medikamente verweigert, GAR KEINE Hilfe mehr bekommt. Er ist sozusagen aus dem System draußen. Psychiatrien entlassen Medikamentenverweigerer nach zwei Wochen mit dem Argument " Eh alles zwecklos", auch wenn der Patient gerne alle anderen Hilfen gegen Reizüberflutung und psychotischer Verarbeitung wie Abschirmung, Psychotherapie, Ergotherapie etc. in Anspruch nehmen möchte.

Thomas Bock möchte ein Umdenken. Er meint: " Eigensinn verweist auf Lebensqualität und innere Kraft......Wenn ein Patient alles brav annimmt, was wir verschreiben,dann sollten wir skeptisch sein und uns fragen, was schief geht......."


Für den Psychologen sind bipolare Störungen und Psychosen gerade Ausdruck des Kampfes um Autonomie. Wird compliance, also Unterwerfung gefordert, wird der Patient dann gerade an der empfindlichsten Stelle getroffen.
Außerdem sind die Langzeitprognosen der "eigensinnigen Patienten" besser als die der anderen.

Eigentlich sollten Psychiater dieses Buch kennen ( und sich dann über jeden Patienten freuen, der Medikamente mit ihnen diskutiert, der überhaupt diskutiert ......) :wink:
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Re: Bücher, die mich weitergebracht haben

Beitragvon puma » 9. Feb 2016, 20:25

Ja Vertrauen und das Wissen über Medies sind wichtig.
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Re: Bücher, die mich weitergebracht haben

Beitragvon Maiken » 10. Feb 2016, 05:22

Selber denken kann halt durch nichts ersetzt werden.......meine Meinung. Kritiklos alles schlucken, was einem vorgesetzt wird, kann auch nicht grade gut sein.
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