Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

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Re: Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

Beitragvon katercarlo » 20. Mai 2013, 16:30

Ich habe jahrelang AD genommen, ( Doxepin, Trimipramin) und innerhalb weniger Monate 10 kg zugenommen, obwohl ich nicht mehr gegessen habe und auch weiterhin unverändert Sport getrieben habe.

Im Herbst letzen Jahres habe ich, unterstützt von einem Psychiater, das Zeug schrittweise abgesetzt. Siehe da, es geht mir sogar besser. Die Nebenwirkungen sind fort und ich habe wieder 10 kg abgenommen, bin wieder bei meinem Idealgewicht von 72 kg.

Bei Bedarf nehme ich das Teufelszeug Diazepam, aber das hat praktisch keine Nebenwirkung. Nur eine Hauptwirkung : Angstfreiheit. :breig:
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Re: Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

Beitragvon remedias » 20. Mai 2013, 19:26

Hallo KaterCarlo,
durch meine Erfahrungen bin ich zum Schluss gekommen wie du; keine Psychopharmaka mehr und höchstens bei Bedarf Diazepam.
Leider komme ich alleine von Seroquel nicht los. Sobald mein Blutspiegel unter ein bestimmtes level sinkt, bekomme ich fürchterliche Angstzustände und Depressionen. Das bin nicht ich - das sind Entzugssymptome. Ich habe dann jedesmal wieder mit Seroquel angefangen ( dann war das gleich wieder weg)
Einmal habe ich den Entzug 3 Monate durchgehalten und 30 Kilo abgenommen. Leider habe ich mir dabei Gallensteine eingehandelt, weil mir keiner gesagt hat, dass man nicht so schnell abnehmen darf.
Meine "Theorie" ist, dass psychopharmaka den set-point, also das programmierte Körpergewicht höher setzen.
Neuroleptika noch schlimmer als Antidepressiva. Mit Olanzapin habe ich mal 11 kilo in 2 Wochen zugenommen. Das war sogar den Psychiatern zu viel, da haben sie es abgesetzt.
Leider bekommt man keine Unterstützung von Psychiatern bei dieser Nebenwirkung, nur dumme Sprüche. Oder sie haben Sorge, dass Patienten die Nebenwirkungen nicht tolerieren und absetzen - daher spielen sie das Problem lieber herunter.


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Re: Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

Beitragvon katercarlo » 20. Mai 2013, 20:17

Hallo Remedias,

mein Psychiater ist da anders, ihm sind die Nachteile und Nebenwirkungen von Antidepressiva und vor allem Neuroleptika bewußt. Wenn ein Patient - wie ich - sagt, dass er gerne Diazepam möchte, und eine plausibele Begründung hat, verschreibt er es sehr gerne. Weil man sich mit Diazepam kaum schädigen kann, solange man den Überblick behält. Klar, das Suchtpotential ist immer da.......... :boymarionette: Genau das will ich nicht.

Ich persönlich komme mit dem altbewährtem Diazepam aus, aber es gibt natürlich Krankheitsbilder, die andere Medis erforderlich machen.
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Re: Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

Beitragvon SmallBlueThing » 21. Mai 2013, 15:40

Ich habe jetzt einen Mutmacher-Thread http://angstfrei.plusbb.org/post37036.html#p37036 bei den Erfolgsgeschichten eröffnet... für Leute, die mit dem Gewicht kämpfen. Ich vermute, es gibt viele unter uns mit diesem ewigen Kampf...
Mir wurde gesagt, dass man zunimmt, weil diese Medis den Stoffwechsel verändern/verlangsamen, vor allem die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten... Ein Ausweg aus dem Teufelskreis könnte Sport sein (Grundumsatz wird erhöht) und das Reduzieren von KH-en...
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Re: Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

Beitragvon remedias » 22. Mai 2013, 18:51

ich kämpfe nicht mit meinem Gewicht, ich lasse es jetzt.... darauf anlkommen, beziehungsweise
ich nehme jetzt Schmerzmittel, die im Beipackzettel "Gewichtsabnahme" als Nebenwirkung haben. Kann schon sein, denn mir ist ständig übel.... und bei der Gewichtszunahme hat es doch auch geklappt....
ich glaube aber auch, dass du recht hast, und sich der Stoffwechsel verlangsamt. Das geht bei Hashimoto doch auch, wieso sollen das Psychopharmaka nicht können?

liebe Grüße Remedias

wenn allerdings eine gute Fee kommen würde und mich fragen, ob ich lieber dick wäre oder keine Schmerzen mehr hätte, dann würde ich mich dreimal fürs Dicksein entscheiden:)
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Re: Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

Beitragvon SmallBlueThing » 23. Mai 2013, 12:25

Welche Schmerzmittel sind das denn? (keine Angst, nur wegen Gewichtsabnahme werde ich es nicht besorgen, es ist nur interessant). Ich kenne wenig Medis, die eine Abnahme verursachen können, u.a. das Antiepileptikum Topamirat. Ich habe es mal genommen, die Abnahme war minimal und ich war nicht stabil, so habe ich es abgesetzt.
Abilify ist gewichtsneutral, wenn ich es mit dem Sero kombiniere, kommt es mir vor, dass ich das Gewicht besser halten kann. Die Abnahme geht jetzt sehr langsam, aber ich bin froh, dass ich wenigstens nicht zunehme. Bei mir ist es eher die Sommergarderobe, die mir leid tut, dass sie mir nicht mehr passt. Letztes Jahr habe ich im Urlaub zwei Kilo zugelegt und seitdem geht es fast überhaupt nicht.
Ich würde bei der guten Fee auch eher die Stabilität und Gesundheit wählen, als jetzt eine superschlanke Figur -- aber es ist halt so, dass es auch die Laune beeinflusst, wie man (frau) ausschaut. Ich tue mein Bestes, aber ich bin nicht bereit, mich zu quälen :s1: ! Ich glaube, dass es die richtige Einstellung ist.
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Re: Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

Beitragvon Fraule » 23. Mai 2013, 12:34

Ich tue mein Bestes, aber ich bin nicht bereit, mich zu quälen :s1: ! Ich glaube, dass es die richtige Einstellung ist.

Stimmt :s1:
Das Feld der Philosophie lässt sich auf folgende Fragen bringen:
Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?
Was ist der Mensch?

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Re: Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

Beitragvon remedias » 23. Mai 2013, 16:08

SmallBlueThing hat geschrieben:Welche Schmerzmittel sind das denn? (keine Angst, nur wegen Gewichtsabnahme werde ich es nicht besorgen, es ist nur interessant).
.


Es ist Oxycodon, ein Opiat. Bei Nebenwirkungen steht "Gewichtsabnahme "
SmallBlueThing hat geschrieben:Abilify ist gewichtsneutral, wenn ich es mit dem Sero kombiniere, kommt es mir vor, dass ich das Gewicht besser halten kann.


Eine Psychiaterin hat mir erzählt, über diesen Effekt - also Abilify kombiniert mit einem anderen Neuroleptikum - gibt es sogar eine Studie. Leider hat sie mir den Namen nicht genannt, zum Verlinken. Aber der effekt der Gewichtsstabilisierung ist bekannt.
Als ich Abi9lify alleine genommen habe, habe ich 25 Kilo abgenommen ( ohne Sport, ohne Diät)
Leider ist es alleine aber zu schwach. Deshalb bin ich auf das Sero umgestiegen.

liebe Grüße Remi
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Re: Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

Beitragvon SmallBlueThing » 23. Mai 2013, 19:09

Das ist bei mir auch so, dass Abilify allein zu schwach ist. Ich brauche mein Sero...

LG

SBT
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Re: Wieso nimmt man mit Psychopharmaka zu?

Beitragvon Maiken » 15. Jun 2013, 19:00

Also ich muß aufpassen, weil ich sonst das Problem habe, nicht mehr aus der Badewanne zu kommen :breig:

Außerdem stört mich die Bewegunseinschränkung durch mein Gewicht sehr, abgesehen von meinem Aussehen :bockig:
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