Emotionales Essen

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Moderator: Fraule

Emotionales Essen

Beitragvon remedias » 11. Apr 2015, 18:53

Viel verbreiteter als Magersucht und Bulimie ist „emotionales Essen.....


Mit dem ersten krachenden Biss in ein belegtes Brötchen war es, als würde ein Schalter umgelegt. Ein Schalter, auf dem riesengroß „ESSEN“ stand. Und dort blieb er für den Rest des Tages.

Nach einer Weile hätte ich jeden Ernährungskurs leiten können. Aber das Wissen half nicht weiter. „Dann iss doch weniger“, sagten ein paar Freunde. „Dann akzeptier dich doch, wie du bist!“, rieten andere. Das eine schaffte ich nicht. Das andere wollte ich nicht. Manchmal stand ich vor der Toilette und dachte: Finger in den Hals, erbrechen – und alles hätte ein Ende. Eine Bulimie wäre wenigstens eine richtige Störung, mit einem medizinischen Namen. Aber das habe ich mich nie getraut. Ich war, so dachte ich, einfach zu blöd, um schlank zu bleiben.


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Re: Emotionales Essen

Beitragvon Fraule » 12. Apr 2015, 10:09

Heute weiß ich: Ich bin kein Opfer. Es gibt eine Alternative zum Frustessen. Ich kann den falschen Hunger aushalten, bis der echte Hunger kommt.


Das ist eine klasse Erkenntnis wie ich finde.

Wenn es denn nach ner Zeit gelingt. :s1:

Aber vermutlich muss man das über sehr lange Zeit erlernen.
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon Kirschlorbeer » 12. Apr 2015, 11:21

Interessanter Artikel. Ich glaube, ich tappe auch immermal wieder in diese emotionale Essfalle...hat ja im ersten Moment auch was sehr befriedigendes.

Allerdings bin ich diesbezüglich auch viel achtsamer geworden, komme mir sozusagen selber auf die Schliche und habe das deshalb einigermaßen im Griff. Genau wie du remi.
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon remedias » 12. Apr 2015, 17:30

Kirschlorbeer hat geschrieben:Genau wie du remi.


ich habe das nicht so im Griff, wie ich es gerne wollte. Das heißt, tagsüber schon, aber abends nicht. Abends könnte ich alles mögliche essen bzw. nicht mehr aufhören damit.
Ich bewundere Leute, die sagen: "Nur ein Stückchen" und dann ein Würfelchen Schokolade essen - ich esse die ganze Tafel. Dabei ist mir aber schon klar, dass das nicht einfach Hunger ist -
ich denke eine Tafel Schokolade aus Hunger isst man nur, wenn wirklich nichts anderes greifbar ist - sondern eben Emotionales Essen.
Es tröstet mich und ich fühle mich gut, wenn ich Süßigkeiten esse.

Fraule hat geschrieben:Das ist eine klasse Erkenntnis wie ich finde.

Wenn es denn nach ner Zeit gelingt. :s1:

Aber vermutlich muss man das über sehr lange Zeit erlernen.


Zum Emotionalen Essen gehört selbstverständlich auch, zeitweise NICHTS zu essen. Aber NICHT, weil man KEINEN Hunger hätte, sondern weil man sich durch NICHT-ESSEN besser FÜHLT.
( zum Beispiel diszipliniert, überlegen, man hat alles im Griff etc.)

Viele emotionalen Esser sind im Übergewicht, aber eben nicht alle, viele haben auch Normalgewicht oder sind sehr schlank.
Ihre Gemeinsamkeit ist , dass sie Essen ( oder eben Nichtessen) dazu benutzen, unangenehme Gefühle und Ängste abzuwehren.

Die Therapie ist, genau auf diese Gefühle einzugehen. Und zu schauen, wie man damit umgehen kann, das ist wie Fraule schon schreibt, ein langer Prozess.

liebe Grüße Remi
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon Fraule » 12. Apr 2015, 19:01

Nun, ich kann z.B nichts essen, wenn ich gar keinen Hunger verspüre.
Bei einer Diät ist das ja klar, dass man sich zurücknimmt- da kann schon Hunger aufkommen. :peinlich:

Ich denke auch, dass man sich Essenszwischenzeiten antrainieren kann- ich habe schon öfters mal gehört, dass Manche dann erzählen Sie bekommen ne Unterzuckerung und müssen dann nach ca 1-2 Std was essen.....

Was ich hingegen auch mal kann ist eine Tafel Schokolade in 5 Minuten zu vernichten...

Na ja andere essen dafür gerne Mal ein Stück Kuchen...oder auch jeden Tag :s1:
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon Abendschein1962 » 13. Apr 2015, 13:14

Ich kann 5 Tafeln Schoki essen, ohne das mir schlecht wird und Heute ist der Stand erreicht, ich bin so dick wie nie. :feeling_blue2_cut: Ich fühle mich wie eine schwangere Auster und nicht mehr wohl. Ich habe den Link jetzt nicht gelesen, aus Zeitmangel. Tröste Dich Remi, mir geht es genauso wie Dir. Ich mache oder versuche jetzt eine Trennkost (mal wieder), wobei ich aber auf Schoki und Süßigkeiten verzichten möchte, denn so gehts nicht mehr weiter.
Ich kann mir ehrlich gesagt, nicht einmal mehr die Schuhe zubinden :peinlich:
Jetzt ist schluß :midi36:

Liebe Grüße
die Shiny
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon auferstehung » 13. Apr 2015, 18:17

Fraule hat geschrieben:Ich denke auch, dass man sich Essenszwischenzeiten antrainieren kann- ich habe schon öfters mal gehört, dass Manche dann erzählen Sie bekommen ne Unterzuckerung und müssen dann nach ca 1-2 Std was essen.....


Das geht mir aber wirklich so. Ich kann nur kleine Mengen essen, muss das aber regelmäßig tun (natürlich nicht alle 1 bis 2 Stunden).
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon remedias » 13. Apr 2015, 18:42

auferstehung hat geschrieben: Fraule hat geschrieben:
Ich denke auch, dass man sich Essenszwischenzeiten antrainieren kann- ich habe schon öfters mal gehört, dass Manche dann erzählen Sie bekommen ne Unterzuckerung und müssen dann nach ca 1-2 Std was essen.....



Das geht mir aber wirklich so. Ich kann nur kleine Mengen essen, muss das aber regelmäßig tun (natürlich nicht alle 1 bis 2 Stunden).


Das hat nix mit Antrainieren zu tun, sondern dass die Regulation des Blutzuckerspiegels nicht richtig klappt. Da kann vieles dahinter stecken, ein Prä- Diabetes beispielsweise oder frühere Hungerkuren, aber manchmal gibt es auch schlicht keine Ursache dafür.
Ich muss auch immer eine Kleinigkeit, Traubenzucker oder so, bei mir haben.
Sonst kann es passieren, dass ich mich plötzlich schwach und schwummrig fühle und anfange, zu schwitzen. Wenn ich dann nicht sofort in ein Geschäft renne und was zu essen kaufe, kippe ich um.
Mein Arzt hat mir gesagt, das beste dagegen ist ein Kaffeelöffel Zucker in einem Glas Wasser aufgelöst. Hat man aber nicht immer zur Hand.

liebe Grüße Remedias
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Re: Emotionales Essen

Beitragvon auferstehung » 14. Apr 2015, 15:39

Mir ging das schon als Kind so, habe mich darauf eingestellt, auch wenn meine Kollegen manchmal gegrinst haben ... :breig:
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